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Ort:
Döbeln, Deutschland
Branche:
Lebensmittel
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Säfte und Obstweine, direkt aus dem Saft erntefrischer Früchte gepresst, sind besonders lecker. Zwischen Grimma und Döbeln, zwischen Oschatz und Colditz reifen im „Obstland“ unter günstigen klimatischen Bedingungen prächtige Erdbeeren, Kirschen, Johannis- und Himbeeren sowie Pflaumen, Äpfel und Birnen in großen Mengen. Mitten in diesem fruchtbaren Gebiet wurde 1936, unmittelbar vor den Toren der Stadt Döbeln, eine Süßmost- und Obstweinkelterei errichtet. Sie ist der Ursprung der heutigen Kelterei Sachsenobst GmbH.
Die Kelterei Sachsenobst GmbH gehört seit 1990 als Tochterunternehmen zur Obstland AG Dürrweitzschen. Von 1997 bis 2000 wurde die Kelterei ganz im Sinne der Firmenphilosophie dieses Mutterunternehmens, flüssiges und festes Obst aus einer Hand anzubieten, umfassend rekonstruiert und modernisiert. Investitionen von mehr als 11 Millionen € ließen die einstmals kleine Familienmosterei zu einem der modernsten Keltereibetriebe in Sachsen wachsen. An dieser Modernisierung hatte die Beyer Maschinenbau GmbH beträchtlichen Anteil.
Mit der Modernisierung in den Jahren ab 1997 wurden alle Anlagen und Transporteinrichtungen mit Antrieben aus Bruchsal ausgestattet. Till Beyer erläutert: „Von SEW bekamen wir Getriebe, Motoren, Umrichter und Steuerungen aus einer Hand. Das war für die immer anspruchsvolleren Anlagen ein großer Vorteil.“
Ziehen an einem Strang: Steffen Rockmann, Geschäftsführer Kelterei Sachsenobst; Luise Hoppe, Leiterin Produktion; Till Beyer, Geschäftsführer; Johannes Zimmermann, Technischer Leiter Kelterei Sachsenobst; Ralf Reinhardt, Leiter des Technischen Büros von SEW-Eurodrive in Meerane (v. l.)
Der 13. August 2002 ging als „Schwarzer Dienstag“ in die Geschichte der Kelterei Sachsenobst ein. Das „Jahrhunderthochwasser“ der Freiberger Mulde überschwemmte alle Gebäude, die gesamte Abfülltechnik wurde zerstört. 2013 kam das nächste Hochwasser. Danach war eine umfangreiche Erneuerung wichtiger Anlagenteile notwendig. Unter anderem wurde die Investition für eine multifunktionale Palettieranlage ausgeschrieben.
„Einzig Beyer Maschinenbau legte ein Angebot vor, das zeitlich und technisch unseren Vorgaben entsprach“, hebt Johannes Zimmermann hervor. „Unsere Anforderungen waren hoch gesteckt: Die zu errichtende Anlage übernimmt die gesamten Förder- und Handhabungsprozesse des zugeführten Leerguts, der Paletten und die Handhabung der Kisten mit den Mehrwegflaschen, aber auch die Kartons mit den Einwegflaschen. Viel Platz konnten wir dazu nicht zur Verfügung stellen.“ Daher wurde die Palettieranlage in zwei Ebenen errichtet. Zusätzlich war in dem knappen Raum auch noch ein automatischer Neuglasabschieber zu installieren. Insgesamt kann die Anlage pro Stunde 8.000 1,0-Liter-Flaschen transportieren.
Die gefüllten und zurückgekühlten Flaschen werden von einem Flascheneinpacker der Firma Beyer automatisch in Kästen gepackt. Ein Spiralförderer führt diese Kästen zur oberen Ebene der Palettieranlage. Dort treffen sie zuerst auf die Gruppierstation und den Reihenschieber, die das Lagenbild erzeugen.
Über Zahnriemen treibt ein Synchronservomotor der Baureihe CMPZ den Reihenschieber an. Für die Bewegung des Portals sind vier dieser Servomotoren installiert. Sie treiben die Drehachse A sowie die linearen Achsen in den X-, Y- und Z-Richtung an und sind für eine netzausfallsichere Positionierung mit Absolutwertgebern ausgerüstet.
Ist eine Lage bereitgestellt worden, nimmt ein Klemmbackengreifer die ganze Lage auf und setzt sie auf einer Europalette ab. Doch der Palettierer übernimmt noch weitere Aufgaben. Damit stets ausreichend Paletten, Kisten und Flaschen zur Verfügung stehen, werden auf einem Zuführband laufend Paletten mit Leergut zugeführt. Der Palettierer entlädt die Leergutpaletten lagenweise und übergibt die Leergutbehälter einem Entladetisch. Von dort werden die vereinzelten Kisten automatisch zum Flaschenauspacker der Firma Beyer gefahren, dort ausgepackt und zum Entschrauber weitertransportiert, während die leeren Mehrwegkästen zum Kastenwascher gefördert werden. Die Leerpaletten finden in einem Palettenmagazin Platz.
Die Einwegflaschen sind in Kartons oder Trays verpackt, die ebenfalls palettiert werden. Dazu baute Beyer Maschinenbau einen zweiten Greifer, der entsprechend seiner Funktionsweise Jalousie-Greifer genannt wird. Dieser Jalousie-Greifer ruht bis zu seinem Einsatz auf einer Ablage im Aktionsbereich der Maschine. Auf diesen Tisch legt die Palettieranlage den Klemmbackengreifer ab und löst automatisch die mechanische Verbindung. Anschließend trennen die Anlagenbediener den Greifer von den Strom- und Druckluftleitungen. Danach nimmt das Portal den Jalousie-Greifer in zwei Schritten auf. Die mechanische Verbindung erfolgt automatisch, die Elektro- und Druckluftleitungen werden manuell verbunden.
Für die kollisionsfreie Arbeitsweise der Maschine waren umfangreiche Störbereiche zu definieren und aus dem jeweiligen Arbeitsbereich auszuschließen. Diese Störbereiche unterscheiden sich – je nach verwendetem Greiferkopf – zum Teil deutlich voneinander. Für die Koordinierung der Antriebsachsen ist ein Motion Controller MOVI-PLC® advanced zuständig. Das hierauf laufende Anwenderprogramm ermöglicht es, bis zu 16 verschiedene Störbereiche zu definieren. Sie sind einzeln konfigurierbar und einzeln aktivierbar.
„Bei der Umsetzung des Störkantenausschlusses sind sowohl eine schnelle Kommunikation als auch eine hohe Regelgüte der eingesetzten Komponenten erforderlich. Beides bieten die Servo-Mehrachsverstärker MOVIAXIS® in Verbindung mit den Synchronservomotoren der Baureihe CMPZ“, hebt Ralf Reinhardt hervor, Leiter des Technischen Büros von SEW-Eurodrive in Meerane. „Der Motion Controller MOVI-PLC® advanced steuert die Achsmodule des MOVIAXIS®-Systems an. Er steht in ständigem Datenaustausch mit der übergeordneten SPS der Palettieranlage. Der Steuerschrank wurde aus den Erfahrungen der Hochwasserkatastrophen auf das Podest in der Höhe der oberen Ebene installiert."
Beyer Maschinenbau arbeitet seit fast zwanzig Jahren mit Antriebs- und Steuerungstechnik von SEW-Eurodrive. Neben dem Engagement und der Lieferung aus einer Hand ist die räumliche Nähe für die Kunden ein großer Vorteil. SEW unterhält in Deutschland ein flächendeckendes Vertriebsnetz mit Technischen Büros, Drive Centern und Drive Technology Centern. Auch der Endanwender Sachsenobst lobt die die starke Kundenorientierung und Servicefähigkeit des Bruchsaler Antriebsautomatisierers. Er äußerte sich sehr zufrieden, konnte er doch durch die neue Palettieranlage erneut er seine Wettbewerbsfähigkeit s